Plattes Land
Wir beginnen in Waren, wo es recht maritim zugeht: Segel klacken gegen Masten im Yachthafen. Eine leichte Brise weht, und Möwen kreischen ihr Lied. Von der Havel ist noch nichts zu sehen, denn die eine Quelle gibt es nicht. Vielmehr speist sie sich aus vielen Quellseen in und um den beeindruckenden Müritz-Nationalpark, wo sich Buchen-, Kiefer-, Eichenwälder, Heide, Seen und Moore befinden. Hier leben Rothirsche, Kraniche, See- und Fischadler. Und die Eule, Symbol des Nationalparks und für Naturschutz. Mit 32.000 Hektar ist er der größte Deutschlands und bildet gleichzeitig die Wasserscheide. Dem Lauf der Havel folgen wir gen Ankershagen. Gemächlich fließt sie dahin. Und genauso gemächlich rollen wir an ihren Ufern auf dem komplett ausgeschilderten Radweg. Kein Berg weit und breit. Steigung ist auf dieser Route wirklich ein Fremdwort. In Ankershagen wartet gleich die nächste Überraschung: Ein trojanisches Pferd aus Holz steht auf einer Wiese, nebenan ist das Heinrich-Schliemann-Museum. Der Entdecker von Mykene und Troja wuchs hier im Ort auf, wo sein Vater eine Pastorenstelle angenommen hatte.