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Radfahrer in roter Jacke mit Tourenrad am steinigen Ufer der türkisfarbenen Drau, bewaldete Berge im Hintergrund unter bewölktem Himmel.

Reisebericht Drau-Radweg

Die Velociped-Radreise an der österreichischen Drau führt von Lienz in Osttirol bis an den Kloppeiner See in Kärnten, den wärmsten Badesee Europas! Los geht's in Lienz, wo Isel und Drau zusammenfließen. Die Hauptstadt Osttirols liegt mitten in den Dolomiten. Auf ihrem schmucken, belebten Hauptplatz reiht sich ein Bürgerhaus ans nächste. Hierhin kommt die Drau von der Drauquelle auf 1.256 Metern Höhe im Hochpustertal heruntergerauscht, und ab da führt der hervorragend ausgebaute Drau-Radweg flugs abwärts. Aber wir werden trotzdem des öfteren mal die Bremsen ziehen, denn hier gibt es viel zu sehen, zu erleben und zu probieren.

Schau, die Drau

Lienz - Innichen - Lienz

An der reich bemalten Stiftskirche im italienischen Innichen, das wir anderntags flugs per Bahn erreichen, halten wir natürlich. Sie ist die bedeutendste romanische Kirche im italienischen Südtirol. Von da aus geht's durchs malerische Pustertal, Burgen winken von den Bergen herunter, die Lienzer Dolomiten stehen Spalier, nach Toblach an der Drauquelle. Auch beim „Loacker“ machen fast alle Radfahrer Pause - genau wie wir. Ein großes Schild am Radweg weist nach links, wir biegen ab. Ganze Radgruppen fallen ein und gönnen sich die köstlichen Waffeln mit Haselnussfüllung. Ein paar davon müssen unbedingt in unseren Packtaschen mit. Eine italienische Großfamilie picknickt an einem der Wasserfälle am Wegesrand.

Mittelalterliche Burg Heinfels auf einem Hügel mit weißer Kirche und Dorfhäusern darunter, umgeben von bewaldeten Alpenbergen unter bewölktem Himmel.

Lienz - Berg

Drauabwärts rollen wir dann die milchig-grünliche Drau entlang durchs hübsche Oberdrautal. Der Film im Hintergrund ist wahrlich nicht schlecht: Schnee bedeckte Berggipfel, sattgrüne Wiesen mit gelben Butter-, Schlüsselblumen und Löwenzahntupfern. Einmal fahren wir kurzerhand über eine Brücke nach links über die Drau, denn genau da liegt das Vitalpinum in Assling-Thal. Raus aus den Schuhen und weg damit in eine Holzkiste, die wir per Kurbel nach oben befördern. Nach dem Barfußpfad landen wir am göttlichen Arnika-Brunnen, der müde Radlerbeine wieder munter macht. Es kribbelt, Arnika wirkt tatsächlich belebend und erfrischend. Meine Schuhe möchte ich gar nicht mehr anziehen. Doch es gibt ja noch die Alpenkräuter-Dusche, wo wir unter einem Diffusor hindurch laufen, der feinen Duftnebel versprüht, einen Zirbenkraftplatz und vieles mehr. In der Schaubrennerei erfahren wir alles über die Herstellung des Latschenkieferöls. Das Konzept des Vitalpinums ist eine Art erlebnisorientiertes Museum kombiniert mit Schaugarten und Informationen. Solchermaßen erfrischt radeln wir weiter bis nach Berg im österreichischen Bundesland Kärnten.

Türkisfarbene Drau fließt durch ein Tal zwischen Lienz und Oberdrauburg, mit bewaldeten Hängen und schneebedeckten Bergen in der Ferne.

Berg - Spittal - Villach

Vom Wasser ist man in Kärnten nie weit entfernt. In Spittal an der Drau kann man sich sofort ins „Warmbad“ begeben: Drautalperle heißt es. Den Boden des Spittaler Volkskundemuseums im Schloss Porcia ziert ein 200 Quadratmeter großes Panoramafoto von Kärnten und zeigt ganz deutlich die Wasserwelten in Kärnten, die vielen Seen und die Wasserader Drau, an der entlang wir weiter nach Villach radeln. Dort gibt es gar ein 182 Quadratmeter großes 3D-Relief des Bundeslandes mit Ton-, Bild- und Lichteffekten im Schillerpark. Für den guten Überblick lassen sich aber auch die 239 Stufen des 94 Meter hohen Stadtpfarrturms der Jakobskirche erklimmen. Der höchste Turm Kärntens bietet Ausblicke bis hin zu den Julischen Alpen. Doch erstmal schlendern wir weiter durch die Gassen der hübschen Altstadt. Velociped-Radreisende checken natürlich in ihrem Hotel ein, doch wer schon zuvor ein Päuschen machen und das alles unbeschwert genießen möchte: Direkt an der Draubrücke lockt der Radbutler, wo Rad und Gepäck kostenlos und sicher verstaut werden können. Prädikat: lobenswert! Kärntentherme heißt das Spittaler Wasser-Vergnügen mit Blackhole-Rutsche, Thermal-Außenbecken und sprudelnden Düsen. Ah! Das ist wirklich toll. Noch ein Glasl Kärntner Wein am Abend, dann gehen wir „napfatzn“. In Kärnten bedeutet das schlafen.

Weißes Renaissance-Schloss Porcia in Spittal mit zylindrischen Türmen, Bogenfenstern und Café-Bestuhlung auf dem Rasen unter grünen Bäumen.

Villach - St. Jakob im Rosenthal

Sprachen hört man hier wirklich viele. Italienisch z. B., was kein Wunder ist, denn die italienische Grenze ist nicht weit entfernt. Außerdem ist in Kärnten neben Deutsch auch Slowenisch Amtssprache und hat eine lange Geschichte. Das Österreichische fasziniert uns sowieso immer wieder, und wir sammeln Wörter: Preispickerl, Stubenmädchen, Fluchtfolge... Durchs bezaubernde Rosental fahren wir mit Blick auf die Karawanken weiter die Drau entlang. Immer breiter wird sie nun, und an ihrem Ufer entdecken wir die Hollenburg, Wahrzeichen des Rosentals. Die mächtige Festung mit ihren dicken Mauern bietet eine unvergleichliche Aussicht aufs Umland. Wir blicken gen St. Jakob im Rosental, einer idyllischen Kulturlandschaft mit Laubwäldern und Wiesen, auf die mächtige Bergkette der Karawanken und zum Drau-Stausee.

Radfahrer mit Packtaschen auf asphaltiertem Weg neben der Drau bei Villach. Grüne Ufer, Bäume und Berge unter blauem Himmel sichtbar.

St. Jakob im Rosental - Klopeiner See

Schlussendlich sagen wir: Tschüs, liebe Drau! Und wir radeln durch Wiesen und Felder zum Kloppeiner See. Runter vom Rad und ab in die Fluten heißt es nun. Was für ein Spaß! Die Wassertemperatur des 1,1 Quadratkilometer großen Gewässers beträgt nämlich im Sommer 29 Grad, somit ist er auch der wärmste See Österreichs. Im See selbst gibt es ganze 15 Fischarten. Raten Sie also, was wir am Abend gegessen haben.

Idyllischer Blick auf die Drau mit ruhigem blauen Wasser, grüner Vegetation entlang der Ufer und bewaldeten Bergen unter blauem Himmel.

Unser Fazit

Im Wasser auf dem Rücken liegen, in den Himmel starren und die wundervolle Radtour in Gedanken noch einmal passieren lassen. Das ist einfach großartig!

Nahaufnahme-Portrait von Judith Weibrecht mit rötlich-braunem Haar, blauen Augen und türkisfarbenen Ohrringen, die warm lächelt.
Judith Weibrecht

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Hier waren wir auf Tour

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Großes weißes Briefumschlag-Symbol über malerischer Landschaft mit Radfahrern auf Schotterweg durch grüne Felder unter blauem Himmel.
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