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Rundtour durch das Revier
Bei dieser Tour werden Sie aus dem Staunen nicht herauskommen. Sie lernen das Ruhrgebiet von zwei gegensätzlichen Seiten kennen: Idylle und Natur an der Ruhr einerseits und Industriekultur und Strukturwandel im Ruhrgebiet andererseits. Entdecken Sie die grüne Lunge des Ruhrgebiets, den Ruhrtal-Radweg: beschauliche Landschaften, mittelalterliche Burgen und romantische Ortskerne mit Fachwerkhäusern. Anschließend werden Sie auf einstmals verbotenen Pfaden wandeln: Sie erklimmen Hochöfen und bestaunen die ehemaligen Industriekathedralen, steigen auf Halden, die heute mit Kunstwerken gekrönt sind und lassen sich von herrlichen Aus- und Einblicken verblüffen. Eine rundum gelungene Mischung aus Natur und Industriekultur!
Individuelle Anreise per Bahn oder PKW. Es gibt gute Verbindungen zum Bhf. Witten. Falls Sie mit dem PKW anreisen bieten wir Ihnen eine gute Parkmöglichkeit für die Dauer der Tour beim Hotel (ca. 20 EUR/ Woche, keine Reservierung möglich, zahlbar vor Ort).
Spektakulär beginnen Sie Ihre Radreise. Sie radeln durch viel Grün zur Zeche Nachtigall im Muttental, der Wiege des Ruhrbergbaus, wo heute noch eine der ältesten Dampffördermaschinen des Reviers aus dem Jahre 1887 steht. Hier ist der Besuch des sehenswerten westfälischen Industriemuseums „Zeche Nachtigall“ ein absolutes Muss! Das Ruhrgebiet ist auf Kohle gewachsen. Vor fast 200 Jahren förderte man an den Hängen des Flusses, der dem gesamten Revier seinen Namen gab, die ersten Brocken des schwarzen Goldes zu Tage. Auf der Zeche Nachtigall im Wittener Ruhrtal geht es zurück in die Zeit, als man zum Kohleabbau noch waagerechte Stollen in die Hänge trieb und später die ersten Schächte in die Tiefe grub. Nach diesem Besuch werden Sie das Ruhrgebiet sicherlich mit anderen Augen sehen. Ihre weitere Radstrecke führt Sie um den Kemnader See, bevor Sie Hattingen mit der historischen Altstadt erreichen. Hier lohnt eine Pause, doch auch der nächste Rastplatz lockt. Der Radweg führt am Ruhrufer entlang wieder zum Baldeneysee, ein Freizeitparadies par excellance. Hier lohnt auch ein Besuch der Villa Hügel. Mit ihren 269 Räumen und 8100 m2 Wohn- und Nutzfläche, umgeben von einem 28 ha großen Park, ist die Villa Hügel mehr als nur ein Unternehmerwohnsitz. Sie wurde in den Jahren 1870 bis 1873 vom Industriellen Alfred Krupp erbaut und gilt heute als Symbol der Industrialisierung Deutschlands.
Heute radeln Sie nach Mülheim an der Ruhr, der Stadt am Fluss. Freuen Sie sich auf Schloss Broich am linken Ruhrufer inmitten der Stadt. Hier steht die älteste aus spätkarolingischer Zeit erhaltene Burganlage nördlich der Alpen! Schloss Broich wurde vermutlich einst als Sperrfestung gegen die Normannen erbaut. Im Laufe der Geschichte wurde die Schlossanlage wiederholt umgebaut und erweitet. Ihre heutige Form erhielt sie im Wesentlichen um die Mitte des. 17. Jahrhunderts. Stauen Sie auch über den beeindruckenden 100 Jahre alten "Aquarius" Wasserturm, in dem heute ein multimediales Wassermuseum untergebracht ist. Wenn Sie schon immer wissen wollten, wie ein Wasserturm funktioniert, hier wird es Ihnen anschaulich dargestellt. Sie können aber auch an einer Weltwasserkonferenz teilnehmen, erfahren wie viel "virtuelles Wasser" in Alltagsprodukten enthalten ist und ? . Anschließend führt Sie der gut ausgebaute Radweg nach Duisburg und vorbei am größten Binnenhafen Europas! Hier pulsiert das Leben, sowohl zu Wasser als auch zu Land. Erleben Sie den Innenhafen von einer der zahlreichen Kneipen, Cafés oder Bars aus, oder unternehmen Sie eine interessante Hafenrundfahrt.
Schön, das heute nur wenige Radkilometer auf dem Programm stehen. So haben Sie Zeit, den Landschaftspark Duisburg-Nord, eine 200 Hektar große Industriebrache, die im Laufe der Jahre zu einem Multifunktionspark umgestaltet wurde, zu besuchen. Im Zentrum steht ein stillgelegtes Hüttenwerk, dessen alte Industrieanlagen umgenutzt wurden. Die ehemaligen Werkshallen sind für Kultur- und Firmenveranstaltungen hergerichtet, in einem alten Gasometer befindet sich Europas größtes künstliches Tauchsportzentrum, in den Erzlagerbunkern wurden alpine Klettergärten geschaffen, in einer ehemaligen Gießhalle wurde ein Hochseilparcours eingerichtet und ein erloschener Hochofen ist zum Aussichtsturm ausgebaut worden. Wo früher schwer gearbeitet wurde, steht heute ein Landschaftspark für Erholung, Erlebnis, Kultur und viel Spaß. Doch auch Oberhausen hat einiges zu bieten. Anlässlich des Projekts Kulturhauptstadt Ruhr 2010 ist im alten Gasometer von Oberhausen die Ausstellung Sternstunden – Wunder des Sonnensystems zu sehen. Die Ausstellung zeigt unser Sonnensystem als gewaltigen Prozess des Werdens und Vergehens. Spektakuläre Nachbildungen des Planetensystems, außergewöhnliche Bilder der Sonne, der Planeten und ihrer Monde. Seit Jahrtausenden betrachten die Menschen das Himmelsgewölbe, um zu erfahren, wie die Bewegung der Sterne mit ihrem Schicksal verbunden ist. Vielleicht finden Sie hier eine Antwort. Oder ist Ihnen mehr nach außergewöhnlichen Einkaufen zu Mute. Auf dem ehemaligen Hütten- und Walzwerk sind heute das Einkaufszentrum CentrO. sowie der CentrO.-Park, das SeaLife Center und die Marina in Oberhausen zu finden.
Am Rhein-Herne-Kanal entlang rollen Sie heute nach Bottrop. Staunen Sie hier über die spektakuläre Konstruktion des "Tetraeder", eine in Form einer dreiseitigen Pyramide erbaute, frei schwebende Aussichtsplattform auf der Halde Beckstraße. Die etwa 50 m hohe Stahl-Konstruktion ruht auf vier 8 m hohen Betonpfeilern und befindet sich auf der Kuppe der Halde. In der Konstruktion sind Treppen und in verschiedenen Höhen Aussichtsplattformen eingehängt: Die erste Plattform in 18 m Höhe erreicht man über eine als Hängebrücke gebaute Treppe und steil hinauf geht es zur zweiten Plattform in 32 m Höhe. Die dritte Plattform in 38 m Höhe besteht aus einem Ring mit 8 m Durchmesser, der nur über eine Wendeltreppe zu erreichen ist. Ein bisschen Mut braucht man schon, denn das Gebilde ist an Stahlseilen beweglich in der Konstruktion aufgehängt und bei stärkerem Wind kann es zu Schwankungen kommen. Außerdem bestehen die Plattformen und Treppen aus Lichtgittern und Lochplatten mit freiem Blick nach unten! Wieder auf festen Boden radeln Sie anschließend durch die Gartenstadt Welheim, eine typische Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet, zur Zeche Zollverein in Essen (UNESCO-Weltkulturerbe). Das Welterbe Zollverein – auch bekannt als die „schönste Zeche der Welt“ - gilt heute als eines der imposantesten Industriedenkmale. Seit dem Jahr 2000 stehen die Gebäude und Anlagen offiziell unter Denkmalschutz. 2001 folgte die Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO.
Eine Verlängerung der Radetappe auf der Emscherinsel bietet sich an, um den Nordsternpark, den Gelsenkirchener Zoo oder den Landschaftspark Hohenward zu besuchen (+35 km)
Sie folgen der ehemaligen Erzbahntrasse bis Bochum, eine 1901 gebaute, stillgelegte Eisenbahnstrecke zur Versorgung der Hochöfen des Bochumer Vereins mit Eisenerz. Sie nahm ihren Anfang in Gelsenkirchen am Rhein-Herne-Kanal und führte über etwa neun Kilometer zum ehemaligen Bochumer Verein am Rande der Bochumer Innenstadt. Die Bahnlinie wurde auf einem zirka 15 Meter hohen Damm mit 15 Brücken verlegt! Von 2002 bis 2008 wurde die Trasse zu einem Radweg zurückgebaut. Das lässt Radlerherzen höher schlagen! Der Verlauf des Radweges bietet phantastische Blicke auf die umliegende Industrie- und Siedlungslandschaft und führt über imposante Brückenkonstruktionen. Freuen Sie sich in Bochum auf das sehenswerte Deutsche Bergbau-Museum. Mit rund 400.000 Besuchern pro Jahr ist es eines der meist besuchten Museen der Bundesrepublik. Es ist das bedeutendste Bergbaumuseum der Welt und zugleich ein renommiertes Forschungsinstitut für Montangeschichte. Nutzen Sie die Gelegenheit, parken Sie Ihr Stahlross und schauen Sie herein. Ein originalgetreues Anschauungsbergwerk im Untergrund des Museumsgeländes eröffnet Ihnen interessante Einblicke in die Welt des Bergbaus. Und ganz oben, vom Fördergerüst aus haben Sie einen phantastischen Blick über Bochum und das Ruhrgebiet. Viele Stunden kann man hier verbringen, doch viel zu schnell vergeht die Zeit. Freuen Sie sich nach dieser lohnenswerten Pause auf Ihre weitere Radstrecke entlang der Ruhruniversität und am Freizeitparadies Kemander See entlang bis Witten.
Individuelle Abreise oder Verlängerung.